These Nummer 2:
Networking in der Krise - Kein Thema für Veranstalter? 

„Bist du deppert“ – würde einer meiner Mentoren sagen. Diesen Spruch kennt man von Hermann Scherer. Ja, er würde tatsächlich „Bist du deppert!“ sagen. Da schreibe ich in der Überschrift zu einen Artikel, dass digitales Networking ein Ding der Unmöglichkeit ist und schreibe dann darüber, wie man es ggf. machen kann und welche Regeln man befolgen sollte. 

Aber so richtig Gedanken darüber, wie und wo man digitales Networking machen kann, wie man Menschen online kennenlernen kann habe ich mir in diesem Artikel nicht gemacht bzw. darüber habe ich nicht geschrieben. Natürlich ist digitales Networking eine Herausforderung und stellt höchste Anforderungen an die Flexibilität der Networker. Denn eines ist unbestritten – die ersten drei Sekunden, die man im analogen Leben für einen ersten Eindruck hat, die hat man in der digitalen Welt nicht. Es geht viel schneller, viel direkter und nicht unbedingt einfacher. 

Bevor ich nun aber darüber schreibe, wie man zu diesen ersten drei Sekunden kommt, schicke ich eine Information vorweg. Heute ist der 21. Januar 2021 und alles, was ich mir vorher zu diesem Thema überlegt habe, ist seit Sonntag den 17. Januar 2021 teilweise überholt. Zumindest für iPhone-Nutzer. Aber dazu später mehr. 

Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, effektive und nachhaltige Kontakte in der digitalen Welt zu finden. Der Grund liegt darin, dass bisher die technischen Möglichkeiten für Veranstalter nicht so umfangreich waren, um einfaches, ungezwungenes Networking zu ermöglichen. Aber es geht, wenn man will. 

1. Chat in Online-Seminaren: Es gibt so viele Online-Seminare für verschiedene Branchen, in denen Wissen vermittelt wird. Auch wenn Sie als Vertriebsmitarbeiter zunächst nicht so sehr an dem Wissen interessiert sind, es lohnt sich, diese Seminare zu buchen und mit dabei zu sein. Erstens erfahren Sie so, was die Branche bewegt und welche Themen momentan diskutiert werden. Das ist schon ganz interessant. Aber in den meisten Online-Seminaren gibt es Chaträume, die während der Veranstaltung offen sind und genutzt werden können. Hier können Sie Fragen stellen, die dann bearbeitet werden. Aber hier können Sie auch mitlesen und sehen, wer der Fragesteller ist. Nutzen Sie parallel zum Online-Seminar noch Xing oder LinkdeIn und schauen Sie dort einfach mal nach, wer der Fragesteller ist. Und schon haben Sie ggf. einen Grund für eine Kontaktaufnahme. 

2. Teilnehmerlisten: Viele Veranstalter, vor allem Verbände, suchen oft nach interessanten Themen und Referenten. Bieten Sie den Veranstaltern Ihre Expertise an. Vielleicht haben Sie einen tollen Referenten an der Hand, der in Ihrem Auftrag zusammen mit dem Verband ein eigenes Seminar organisiert. Und wenn der Verband dann Interesse zeigt, dann haben Sie einen Fuß in der Tür. In der Regel wird es so sein, dass sie bei so einer Kooperationsveranstaltung Zugang zu den Teilnehmerlisten bekommen, die Sie dann geschickt für sich nutzen. Der Vorteil daran ist, dass Sie vielleicht schon bekannt sind, denn Ihr Name ist im Seminar gefallen und Sie wissen, was Ihren neuen Kontakt interessiert. 

3. Online-Meetings: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Verbände oder andere Veranstalter oft nach neuen Ideen suchen, um ihre Kunden zu halten, zu informieren und auch selbst im Gespräch zu bleiben. Bieten Sie sich als Partner für innovative Veranstaltungen an. Und wenn Sie dann Partner sind, dann schlagen Sie doch einfach vor, dass der Online-Raum nach dem Seminar nicht einfach geschlossen wird. Man kann dann allen Teilnehmern Sprecherlaubnis erteilen und schon kann man mit mehreren Leuten, die noch verbleiben, in Kontakt treten. 

Sie merken schon, dass auch meine These Nummer 2 nicht wirklich ernst gemeint ist. Ich denke, dass Veranstalter geradezu in der Pflicht sind, Möglichkeiten zu schaffen, dass die Teilnehmer miteinander in Kontakt treten können. Viele Internetplattformen für Online-Meetings und –Seminare haben die technischen Voraussetzungen für digitales Networking geschaffen. Man muss sich nur damit beschäftigen und kreativ sein. Und Sie als Networker können diese Leistungen auch einfordern, wenn Sie sowieso schon mit dem Veranstalter zusammenarbeiten oder Teilnehmergebühren bezahlen. 

Den Veranstaltern schreibe ich hiermit auch einen wichtigen Satz ins Tagebuch: „Sorgen Sie für Platz zum Netzwerken, bleiben Sie interessant!“   

Ja, und nun komme ich zum Sonntag, den 17. Januar 2021. Was ist da passiert? Es ging wie eine Flutwelle um die Welt – eine neue App breitet sich viral aus. Es ist erst die Beta-Version aber selbst diese Version ist genial aber leider nur für iPhone-User zugänglich. Ich rede von „Clubhouse“. Sagenhaft, revolutionär und dennoch einfach und simpel – so würde ich diese App beschreiben. Ich bin von Anfang an mit dabei und ja, diese App wird das digitale Networking komplett umkrempeln. 

Xing als eine der ältesten Netzwerkplattformen ist langsam aber stabil. LinkedIn ist schon deutlich schneller, informativer und besser. Und nun kommt Clubhouse, wo man mit einen einzigen Klick ein Diskussionsforum aufmachen kann, mit Themen in die Welt hinausgehen kann um seine Expertise in Echtzeit zu vermitteln und seine Netzwerke zu bespielen bzw. mit Ihren Netzwerkpartnern zu kommunizieren. Wenn man nun Xing, LinkedIn und Clubhouse miteinander kombiniert und nutzt, dann steht einem schnellen, effektiven und informativen Networking nichts mehr im Wege.  

Fazit: Die Menschen haben Lust auf Networking, auf Austausch, auf Information. Und Sie haben Lust, auch mal über Dinge zu sprechen, die nicht zum Business gehören aber dennoch wichtig sind. Und all das ist digital möglich – wenn man innovativ, flexibel und neugierig ist. 

In diesem Sinne – bleiben Sie verbunden!   

 

 

 

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