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Kleine Zeitung (Kärnten/Steiermark)
Aus einer Baustelle wird ein Mordfall
Der aus Kleblach-Lind stammende Autor David Jacob Huber hat eine Krimi-Reihe über Mordfälle auf Baustellen geschaffen, inspiriert von seiner Arbeit.
Von Leonie Katholnig
Der Beton ist noch feucht, das Baugerüst knarrt im Wind, irgendwo dröhnt eine Maschine. Dann ein Fund, der alles verändert. Ein Toter auf der Baustelle. Was nach Großstadtkrimi klingt, hat seine Wurzeln im Oberen Drautal. David Jacob Huber ist am Radlberg bei Kleblach-Lind aufgewachsen. Seit 35 Jahren lebt er in Bremen und schreibt Kriminalromane, die genau dort spielen.
Unter dem Pseudonym Valentin Gruber hat der Oberkärntner eine Krimi-Reihe geschaffen, die ungewöhnlicher kaum sein könnte: Mordfälle auf Baustellen. "Anfangs war es ein blöder Zufall", sagt Huber über den Beginn seiner Krimi-Karriere. Er habe sich gedacht, "es wäre mal cool, ein bisschen Belletristik zu machen – nicht immer Fachbücher, sondern einfach nur mal so für die Unterhaltung".
Aus der Idee wurde eine Reihe
"Der Tote im Betonmischer", "Der Tote unterm Baugerüst" und "Die Tote im Aufzugsschacht" heißen die ersten drei Bände, die in Bremen angesiedelt sind. Weitere Bücher sind in Arbeit. Das Ziel ist: "Ich möchte zehn bis 15 Baustellenkrimis herausgeben, zwei sind schon in der Vorbereitung", sagt Huber.
Dass ausgerechnet Baustellen zum Tatort werden, ist kein Zufall. Seit einigen Jahren arbeitet Huber in Norddeutschland in der Wohnungswirtschaft, ist Lobbyist, Politikberater und Geschäftsführer eines Unternehmerverbandes: "Wir haben Bauträger, Projektentwickler und Bauunternehmen als Mitglieder." Viel Zeit verbringt er daher auf Baustellen. In den Krimis geht es um Bestechung, Unterschlagung, Mauschelein und Menschen, die etwas zu verbergen haben. Huber beschreibt seine Krimis als realitätsnah und autobiografisch angehaucht.
Der Ermittler der Reihe
Der Ermittler der Reihe, Kriminalhauptkommissar Valentin Gruber, hat wie der Schöpfer selbst oberkärntnerische Wurzeln und ist mit einer Afrikanerin verheiratet. Veröffentlicht hat er die Krimis bewusst unter einem Pseudonym. "Dadurch, dass ich so viel an Baustellen unterwegs bin und viel mit dem Thema Korruption im Bau zu tun habe, fließt das natürlich ein." Jeder Band steht für sich, eine Lese-Reihenfolge gibt es nicht. Wiederkehrend sind allerdings die Figuren rund um Gruber und sein Team.
Insgesamt hat Huber acht Bücher veröffentlicht
Sein erstes erschien während der Corona-Zeit. Im Jahr 2020: "Karrieren – wo Lebenslust, Genuss und Kultur sich treffen", eine Hommage an seine Heimat. Es folgte eine persönliche literarische Aufarbeitung seiner Kindheit bei den Zeugen Jehovas sowie Fachliteratur über Networking, Wohnungsbau und aktuelle wohnungspolitische Debatten. Beim Schreiben habe er "witzige Bilder im Kopf". Die Krimis seien für ihn vor allem eines: ein Hobby – allerdings eines mit klarer Linie und wachsender Leserschaft.
Auch wenn der Autor seit Jahrzehnten im Norden lebt
ist die Verbindung nach Kärnten nicht abgebrochen. Er pflegt eine enge Beziehung zu Bad Kleinkirchheim. Ehrenamtlich betreibt Huber die Facebook-Gruppe "Urlaub in Kärnten", in der er Urlauber und Übernachtungsbetriebe vernetzt. Kärnten bleibt damit präsent – ebenso wie in seinen Büchern, auch wenn die Mordfälle weit entfernt zwischen Betonmischer und Baugerüst passieren.
Die neuen "Baustellenkrimis" sind in den gängigen Buchhandlungen, wie Thalia oder in der Spittaler Buchhandlung Nest, sowie auch online, wie Amazon, erhältlich.